Spinnangeln in der Brandung: Die Blinkerführung
Eine vielseitige Angelegenheit. Wenn es nicht so wäre, würden wir nur stupide kurbeln was das Zeug hält. Einfach Kurbel drehen funktioniert auch, aber nicht immer. Viele Angler haben nämlich Angst, daß sich ihr kostbarer Blinker irgendwo festsetzt. Das ist nicht unbegründet. Tauscht die Drillinge aus und lernt eure Blinker genauer kennen. In den meisten Fällen wird an der Ostsee in Tiefen zwischen 1 m und 3 m gefischt. Wenn der Blinker zu schwer ist, trudelt er zu schnell zum Grund. Wenn man nach dem Auswerfen nicht schnell genug einkurbelt, kann er sich schon zwischen 2 Steinen befinden… weg ist er, sammt einiger Meter Schnur.
Der Blinker muß also so leicht wie möglich sein, so bleibt mehr Zeit beim Einholen. Und man sollte halbwegs das Revier kennen. Da der Spinnangler ja ein Wanderer ist und sich die Bodenwelt nach jedem Sturm verändert hat, sollte man zu Beginn Wassertiefe und Untergrund grob einschätzen. Ein Blinker an Geflecht ist bei etwas Übung wie ein Auge. Er tastet den Grund ab, er holpert über Steine oder man bemerkt ihn fast nicht. Dann schleift er durch den Sand. Holpert er schon im Mittelwasser, sind das höhere Wasserpflanzen. Wer seine Blinker kennt, wird Biße sehr genau bemerken, auch den Unterschied zu kleinen Hängern. Das Zappelgefühl, man wird sofort munter und angespannt. Wenn es kein Biß war, hängt meistens eine kleine Muschel oder etwas Kraut am Haken.
Nun beginnt die Jongliererei mit den Naturgewalten. Ist der Blinker für die bestehende Brandung zu leicht, wird er hin und her geworfen und ist ruck-zuck wieder am Ufer. Ist er zu schwer, fällt er zu schnell zum Grund. Dafür kann man den schweren Blinker weiter werfen als den leichten Blinker. Schnurstärke und Blinkerform habe ich absichtlich außer Acht gelassen. Gesetzt den Fall, das Gewicht des Blinkers stimmt mit verwendeter Schnur und Brandung überein. Wie führt man ihn nun erfolgreich? Das ist schwierig zu beantworten. Es kommt darauf an ob die Fische vorsichtig oder hungrig sind und welche Fische man fangen möchte.
Bei Hornhechten geht es nicht schnell genug, der schmale Blinker kann in seinem Lauf an der Oberfläche beobachtet werden. Meerforellen sind ebenfalls schnelle Jäger, die Bisse kommen aber meistens bei einem Spinnstopp. Dorsche sind langsam, besonders nachts. Sie beobachten den Grund. Der Blinker kann ruhig auch mal in einer kleinen Sandwolke liegen bleiben, oder nur kurz angerüttelt werden.
Weiter draußen ist es tiefer. Dort kann bedenkenlos ein längerer Spinnstop gesetzt werden ( bis 3 zählen). Ein Spinnstop heißt einfach die Kurbel der Rolle anhalten. Sofort taumelt der Blinker zum Grund. Danach wird etwas schneller eingeholt, weil der Köder ja im Oberwasser laufen soll. Je näher man dem Strand kommt, um so flacher wird das Wasser, um so kürzer erfolgt der Spinnstop . Auf den letzten 15 m wird einfach fix eingeholt. Dabei darf der Blinker nicht aus dem Wasser springen. Gerade Meerforellen beißen oft auf den letzten Metern, vernachlässigt die 15 m nicht.
Verfasser dieses Textes: Rosi
