Spinnangeln in der Brandung: Die Küstenblinker
Blinker und Wobbler fürs Küstenfischen sind schlanker als ihre Verwandschaft aus dem Süßwasser und besitzen nur einen Drilling. Es gibt 2 Unterschiede zwischen einem Küstenblinker und einem Küstenwobbler. Der Wobbler hat Auftrieb, da er aus leichtem Kunststoff mit Bleikern hergestellt wird, manchmal auch aus Balserholz. Der Blinker hat keinen Auftrieb, Blinker bestehen aus Blech. Wobbler sind meistens steif, unbeweglich und haben einen runden Bauch. Dadurch ist ein Wobbler nicht sehr beweglich. Der Blinker ist im Querschnitt flach geformt, mit mehr oder weniger Wellenform. Durch diese Form ist er sehr beweglich und erzeugt Druckwellen unter Wasser.
Wer weit hinaus werfen muß um dann gemächlich im Mittelwasser zu fischen, oder wer unbedingt Bodenkontakt verhindern will, weil er Hänger befürchtet, wird lieber einen Wobbler verwenden. Wer schnell auf Tiefe kommen will, oder unter Wasser große Aufmerksamkeit erregen möchte, verwendet lieber einen Blinker (ganz rechts der bauchige Wobbler).
Das Angebot an Blinkern ist riesig und vielfältig. Der Übersicht halber habe ich die Küstenblinker nach ihrer Form in 3 Gruppen eingeteilt. Lange, schlanke Blinker, kurze, breitere Blinker und solche die sich um ihre eigene Achse drehen, also Dreher. An Hand der Form läßt sich gut auf die Eigenschaften schließen. Es gibt unzählige Doppelgänger, die sich vom Preis abgesehen, höchstens in der Qualität etwas voneinander unterscheiden. Im Bild ist von jeder Sorte einer dabei. Zuerst ganz links der Gladsax Snaps, ein Dreher, Hansen grey fight und Vicke Herring sind kurze Blinker. Es folgt ein langer Blinker von Spro, baugleich dem Hansen Viktor. Schwarzer Snaps, daneben ganz rechts der Wobbler Gladsax Fiske.
Lange schlanke Blinker
Grob gesagt werden die schlanken, langen Blinker, wie der Hansen grey Flash, DAM Effzett, Sänger Iron Claw, u.ä. immer als Meerforellenblinker im Handel angeboten. Sie imitieren einen Sandaal, was die Dorsche nicht davon abhält auch darauf zu beißen. Meerforellenblinker hört sich einfach besser an. Solch ein schlanker Blinker wird im Wasser pfeilschnell. Allerdings sind seine Flugeigenschaften durchweg unbefriedigend. Den Watangler stört das nicht, er kann die Fliegengewichte um 10 g lautlos durch die Sommernacht fischen. Doch in den kalten Jahreszeiten, wenn die Fische nicht so vorsichtig sind, macht ein unauffälliger Geselle wenig her. Wo es sich nicht lohnt in eine Wathose zu steigen, weil das Wasser sehr schnell tief wird, verzichte ich ganz darauf, denn man muß schon ein paar Meter weit werfen können. Das können die langen Blinker durchweg nicht. Sie überschlagen sich schon mal im Flug oder werden mit dem Wind abgetrieben. Je leichter sie sind um so schneller treiben sie ab. Damit sie unter Wasser bemerkt werden, ist in die meisten langen Blinker eine kleine Welle eingearbeitet. Je stärker die Welle, um so auffälliger sind die Bewegungen unter Wasser, doch um so schlechter fliegen sie auch. Bild 1 unten und Mitte Hansen Viktor, ein sehr flacher Blinker, oben der Eitz Fly / Eisele ist ähnlich flach. Bild 2 zeigt die Wellenform.
Kurze Blinker
Die viel kürzeren Küstenblinker, wie Falkfish Thor, Möre Silda, Hansen grey Fight u.ä. haben ihren Schwerpunkt in den meisten Fällen nur an einem Ende und sind etwas breiter. Dadurch fliegen sie zielgenauer, weiter und ohne sich im Flug zu überschlagen. Ein gutes Beispiel für einen kurzen Blinker ist der Falkfish Thor. Im Unterschied zu vielen anderen kurzen Blinkern hat er einen Hohlraum unter dem Bauch. Dieser entsteht, weil bei der Herstellung beide Seiten etwas nach unten gezogen wurden. Kein anderer kurzer Blinker besitzt diesen Hohlraum so ausgeprägt. Mit dieser Form schlittert er durchs Wasser, ohne mit dem Hintern auszubrechen. Schnell geführt tänzelt er unübersehbar durchs Meer. Hält man kurz inne, schlenkert er sofort in die Tiefe. Scheint die Sonne, erkennt man seinen blitzenden Bauch dabei vom Ufer aus. Mit solchen Eigenschaften ausgestattet, ist der Thor ein idealer Blinker zum Fischen auf Meerforellen oder Hornhechte am Tage. Er sollte dann sehr schnell geführt werden, also in den oberen Wasserschichten bleiben. Sehr gut eignet er sich zum Schleppen hinter dem Boot. Man kann ruhig im 2. Gang fahren, den Hornhechten ist das nicht zu schnell und der Thor springt auch nicht gleich über die Wasseroberfläche. Etwas langsamer wird er im Herbst auf Brandungsdorsche gefischt. Dadurch bewegt er sich kurz über Grund. An geflochtener Schnur geführt, bemerkt auch ein Anfänger schnell, in welcher Tiefe sich sein Blinker befindet, wenn er schneller oder langsamer fischt. Das ist bei länglichen Blinkern schwieriger, bei Wobblern ein kleines Kunststück. Im Bild der Falkfish Thor.
Blinker die sehr gebogen sind, wie der Hansen Pilgrim oder der Vicking Herring, fliegen nicht so sicher. Dafür sind sie durch diese Welle unter Wasser sehr beweglich. Man muß halt wissen wofür der Blinker eingesetzt werden soll. Einen Watangler wird der kurze Flug weniger stören. Es gibt auch kurze Blinker die sehr breit gearbeitet sind, wie der Jenzi Phantom. Dieser Blinker sieht mit seinen eingearbeiteten Steinchen sehr gut aus. Blos fischen kann man damit schlecht. Im Flug treibt er sofort ab, kommt überhaupt nicht vorwärts und platscht auf die Wasseroberfläche mit einem lauten Geräusch. Bild1der Vicking Herring, Bild2 zeigt 2 baugleiche, stark gewellte Blinker, unten Möre Silda, oben Hansen Pilgrim.
Dreher
Wieder hervorgekramt als neuster Schrei im Fachhandel sind kurze Blinker, die sich im Lauf um ihre Achse drehen. Vertreter sind Gladsax Snaps, Falkfish Gno und der Wiggler Pilk Sie bestehen aus einem ovalen Bleikern, der grob von einem Blech eingefasst ist. Das macht optisch wenig her, ist jedoch sehr wirkungsvoll im Lauf und fliegt super. Solche Blinker drehen sich ständig um die eigene Achse, sie schnurren mit einem Schnurgeräusch davon. Gegenwind stört sie nicht, zumal sie auch in höheren Gewichtsklassen angeboten werden. Sie sind durchweg zielgenau, berechenbar und damit hervorragend für die nächtliche Fischerei geeignet. Unter Wasser entsteht durch die ständige Drehung eine auffällige Druckwelle. Solch ein Köder muß nicht gesehen werden, er wird durch seine Druckwelle bemerkt. Die größte Druckwelle erzeugt der Gno, gefolgt von Snaps und Wiggler. Einer meiner ständigen Begleiter ist der Gladsax Snaps. Wer damit 2 Stunden unterwegs war, wird es an seinen Armen bemerken. Man spürt den ständigen Gegendruck, ist immer auf Tuchfühlung und bekommt bei ein wenig Übung den kleinsten Biß sofort mit. Das Bild zeigt den Falkfish Gno unten, Gladsax Snaps mittig, oben der Wiggler Wigglerpilk.
Ein Sahnestück für Meerforelle und Hornhecht. Wer nicht so viel probieren möchte, stecke sich 2 graue Snaps in 28 g ein, das passt immer. Der Snaps ist etwas schlanker als der Gno und dadurch etwas windschnittiger, etwas schneller unter Wasser, etwas weniger kraftaufwändig beim Einholen. Er fliegt zielsicher auch bei Gegenwind oder Seitenwind und sehr weit. Der Snaps bewegt sich auffällig unter Wasser, er routiert im Lauf um seine eigene Achse. Man muß viel mehr Kraft beim Einkurbeln aufwenden, als bei einem herkömmlichen Blinker oder Wobbler. Der Snaps trudelt in einer Pause schneller als der breitere Gno in die Tiefe. Er sollte in gleichmäßiger Richtung, aber im ungleichmäßigen Tempo geführt werden. Die Bisse kommen nicht nur im Spinnstopp, gerade die fixen Hornhechte verbeißen sich gern wärend des Laufes. Vielleicht weil sich der Snaps so auffallend dreht und dabei nach allen Seiten Licht verschleudert. Zum Hornhechtfischen verwende ich das Modell in Silber, es scheint unwiderstehlich zu sein. Der Snaps sollte bei keinem Meerforellenfischer in der Köderbox fehlen. Wenn die Fische im Sommer sehr mißtrauisch sind, sollte man die Dreher in der Kiste lassen. Auch zum Schleppen sind sie ungeeignet.
Verfasser dieses Textes: Rosi
