Angelverbote in der Trave regen Angler auf

18.12.2010 - Verfasser: Jörn Brede

Viele Angelverbote in Travemünde
Viele Angelverbote
in Lübeck-Travemünde

Lübecks Angler sind sauer und der Ärger und Frust der Lübecker Petrijünger wächst. Grund dafür sind die unzähligen Angelverbote entlang der Trave und besonders die Verbotszonen in Lübeck-Travemünde. Es gibt kaum noch Plätze, an denen Angler ihrem Hobby nachgehen können. Viele der Stege in Travemünde sind für Angler gesperrt, deutlich durch entsprechende Schilder gekennzeichnet. Wenn man nach dem warum fragt, bekommt man meistens nur ein Schulterzucken oder Kopfschütteln zur Antwort. Gründe für die Sperrung sind nicht erkennbar.

Das Problem ist für Lübecker Angler nicht neu. Seit Jahren kommen ständig neue Verbotszonen und -bereiche dazu. Haben die Lübecker ihren Unmut darüber früher noch untereinander ausgetauscht, gehen sie heute über die öffentlichen Medien anders an das Thema heran. In den regionalen Anglerforen, die sich steigender Beliebtheit erfreuen, wird nun öffentlich über die Probleme diskutiert und kritisiert. Sowohl im schleswig-holsteinischen Angelforum wie auch im neuen regionalen Lübecker Anglerforum geht es teilweise hart zur Sache.

Auch Lübecks Online-Zeitung "HL-Live" hat sich der Sache angenommen und heute einen entsprechenden Artikel veröffentlicht. Dabei fragt man sich, warum es in Lübeck so viele Verbotszonen gäbe, wo doch andere Städte wie Neustadt diese Probleme nicht hätten. Gerade die Stege in Travemünde, die nach der Sommersaison durch die Bootsbesitzer im Winter nicht genutzt würden, könnte man doch für Angler zugängig machen. Gleiches zähle für die Strände am Priwall und Travemünde, die jetzt nicht mehr andersweitig genutzt würden. Die Angler sehen hier durchaus auch touristische Aspekte, es können mehr Angler in die Hansestadt gelockt werden. Durch den Verkauf entsprechender Erlaubnisscheine gingen der Stadt Lübeck nicht unerhebliche Einahmen durch die Lappen. Aufgrund der bestehenden Verbote wundere es zudem auch niemanden, warum es so wenig Bootsverleiher in Travemünde gibt, weil man dort kaum noch angeln darf. In anderen Küstenstädten laufe das Geschäft mit dem Bootsverleih dagegen sehr gut.

Der Lübecker Kreisverband der Sportfischer e.V. hat sich bereits vor einem Jahr der Sache angenommen und wollte die Situation für seine Angler verbessern. Dabei verlief der Plan, Angelverbote in Travemünde abzubauen, zunächst positiv. Der Travemünder Kurdirektor zeigte sich nach ersten Gesprächen sehr kooperativ und wollte Travemünde aus angeltouristischer Sicht nach vorne bringen. Auch die Hansestadt Lübeck, die durch das Hafen- und Seemannsamt bei diesen gemeinsamen Sitzungen vertreten war, zeigte sich gesprächsbereit. Schließlich kam der ganze Plan nach dem anfänglichen Optimismus ins Stocken. Aktuell gibt es leider keine Fortschritte zu berichten.

Eine Hauptursache liegt in den unterschiedlichen Interessen. Wenn es um das Angeln in der Trave geht, sind zunächst drei Gruppen zu berücksichtigen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt ist als verantwortliche Behörde für die Sicherheit der Wasserstraße Trave verantwortlich. Dazu kommt die Hansestadt Lübeck und die Berufsfischer mit ihren über 800 Jahre alten Fischereirechten. Und schließlich noch die Eigentümer der jeweiligen Bootsstege und Hafenanlagen. Um die Situation für die Angler zu verbessern, müssten alle an einem Strang ziehen und sich einig werden. Und genau hier fangen die Schwierigkeiten an, es wird nicht leicht werden eine Einigung zu erzielen.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt hat die Sicherheit der Wasserstraßen zu gewährleisten. In den Ein- und Ausfahrten von Häfen und Hafenanlagen ist das Angeln generell verboten. Im Bereich Travemünde ist eine Abgrenzung aufgrund der verschiedenen nahe beieinander liegenden Häfen teilweise sehr schwierig. Dazu kommt der rege Schiffsverkehr auf der Trave. Reeder und Schiffseigner haben sich in der Vergangenheit beschwert, dass Angelschnüre in den Schrauben der Schiffe den Verkehr beeinträchtigten. Zudem sei die Entfernung dieser Angelschnüre in aller Regel mit Kosten verbunden, die die Eigner der Schiffe nicht tragen wollten. Auch das von den Anglern immer wieder geforderte Angeln vom Boot aus auf der Trave könne die Behörde nicht erlauben. Die großen Frachter und Containerschiffe könnten auf der Trave aufgrund der schmalen Fahrrinne nicht ausweichen, um eine mögliche drohende Kollision mit einem kleinen Angelboot zu verhindern.

Auch in der Stadttrave ist das Angeln an vielen Stellen verboten
Auch in der Stadttrave
ist das Angeln
an vielen Stellen verboten

Im Bereich der Stadttrave ist die Hansestadt Lübeck verantwortlich. Das neueste Angelverbot an der Obertrave hat die Behörde z.B. verhängen müssen, weil Angler hier ständig ihren Dreck und Unrat haben liegen lassen. Zudem kam es vor, dass Blinker mit Drillingshaken auf die vorbeifahrenden Fahrgastschiffe geworfen wurden und damit Personen ernsthaft gefährdet wurden. Argumente der Anglerschaft, dass es sich bei den Übeltätern teilweise nur um Auswärtige oder um schwarze Schafe handelte, können von der Stadt nicht akzeptiert werden. Selbst eine verletzte Person, von wem auch immer verursacht, wäre schon zuviel.

Komplizierter wird es bei den unzähligen Bootsstegen in Travemünde, bei denen das Betreten oder das Angeln verboten ist. Die unterschiedlichen Besitzer und Eigner haben ganz verschiedene Gründe für das ausgesprochene Verbot. Bei einigen ist es der schon angesprochene von Anglern zurückgelassene Müll und Dreck. Als ein Beispiel mag der Lehmann-Kai dienen, von dem früher das Angeln erlaubt war. Nachdem der Eigentümer aber jeden Morgen seine Angestellten erst eimmal zum Müll sammeln und zum Beseitigen von liegengebliebenen Fischresten raus schicken musste, war das Ende abzusehen. Wer will ihm da ein erteiltes Verbot verübeln? Andere Stegbesitzer versagen das Betreten wegen eines möglichen Haftungsanspruchs bei Unfällen auf ihren Anlagen. Es gibt weitere individuelle Argumente, die man gar nicht alle aufzählen kann.

Der Lübecker Kreisverband der Sportfischer wird sich auch im kommenden Jahr im Interesse der Lübecker Angelvereine und Angler darum bemühen, insgesamt für die Traveangler eine Verbesserung zu erreichen. Derzeit laufen entsprechende Gespräche mit dem Hafen- und Seemannsamt, das sich kooperativ und verständnisvoll zeigt. Wir sind guter Dinge, dass es im nächsten Jahr positive Nachrichten zum Thema Angeln auf der Trave zu vermelden gibt.

 

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