2. Kreisverbandsausschuss-Sitzung 2010

20.11.2010 - Autor: Jörn Brede

Am gestrigen Donnerstag abend tagte zum zweiten Mal in diesem Jahr die Ausschuss-Sitzung des Lübecker Kreisverbandes der Sportfischer. Neben 6 Mitgliedern des Vorstandes waren 7 Angelvereine anwesend. Folgende Angelvereine hatten ihre Vorsitzenden oder ihre Vertreter entsendet: ASV Gut Biß, ASV Trave, Boots-Angler-Club, Hochseesportfischer-Verein NWK, Lübecker SFV, SAV Trittau und die Vereinigung der Wakenitzangler. Das ist nicht einmal die Hälfte der 20 Angelvereine, die dem Kreisverband Lübeck angehören. Diese rückläufige Entwicklung ist schon seit längerer Zeit zu beobachten. Aus diesem Grund wird derzeit überlegt, die gemäß der gültigen Satzung vorgesehen zwei Sitzungen pro Jahr auf eine Sitzung zu reduzieren.

Der 1. Vorsitzende, Rolf Vorbeck, berichtete zunächst aus einer Sitzung zu den Europäischen Wasserrahmen-Richtlinien (WRRL), die im Oktober in Ratzeburg durchgeführt wurde. Hierbei ging es u.a. um den Hochwasserschutz der unteren Trave und des Elbe-Lübeck-Kanals Nord. Welche Möglichkeiten gibt es bei Überschwemmungen? Unsere Arbeitsgemeinschaft zur WRRL hat zu diesem Thema eine Stellungnahme mit mehreren Fragen erarbeitet, weil die bisher vorgelegten Ergebnisse aus unserer Sicht nur schwer nachvollziehbar sind. Auch für die Wakenitz liegen nur zu geringe oder nicht ausreichende Bewertungen vor. Herr Leimer von der Unteren Wasserbehörde hat die Stellungnahme entgegen genommen.

Weiter ging es mit dem Fischbesatz. Neben den Ostseeschnäpeln für die Trave, den Farmaalen für die Wakenitz und den Karpfen für den Elbe-Lübeck-Kanal (wir berichteten davon), sind im Oktober 185 Satzhechte und im November 920 Satzhechte (20-30 cm) am Falkendamm, an der Moltke-Brücke und an der Wallbrecht-Brücke ausgesetzt worden.

Im aktuellen Jahr wurden in Lübeck bisher vier Fischereinschein-Lehrgänge durchgeführt. Die Lehrgänge wurden mit insgesamt 254 Teilnehmern gut besucht. Die Prüfung nicht bestanden haben 9 Erwachsene und 25 Jugendliche, was gerade bei den Jugendlichen auf die mangelnde Lernbereitschaft zurückzuführen ist.

Im nächsten Tagungspunkt berichtete Rolf Vorbeck von der Jahreshauptversammlung des Verbandes Deutscher Sportfischer (VDSF). Peter Mohnert bleibt weiterhin Präsident des 6.500 Angelvereine und 640.000 Mitglieder umfassenden Verbandes. In Verbindung mit dem geplanten Zusammenschluß mit dem Deutschen Angler-Verband (DAV) im November 2011 sagte er noch einmal, dass der DAV dem VDSF zunächst beitreten werde und der VDSF künftig unter einem neuen Namen (Deutscher Angelfischer-Verband) aktiv sein wird. Auf diesen Weg habe sich die zwischenzeitlich aufgelöste 12-er Kommision geeinigt. Der andere mögliche Weg, die Auflösung beider Verbände und die anschließende Neugründung des gemeinsamen Verbandes, wäre die schwierigere und aufwendigere Variante gewesen. Besonders deshalb, weil man bei der Auflösung zunächst die Gemeinnützigkeit der Vereine und auch die Eigenschaft eines anerkannten Naturschutzverbandes verloren hätte.

Im März 2011 wird der Vorstand des Lübecker Kreisverbands der Sportfischer e.V. neu gewählt. Unser bisheriger Sport- und Castingwart Heinrich Ohms wird sich altersbedingt nicht mehr zur Verfügung stellen. Ebenso muss die Position des Gewässerwarts am Plöner See in Bosau neu besetzt werden. Interessierte Angler, die gerne im Vorstand bei uns mitarbeiten möchten, wenden sich bitte an ihre jeweiligen Vereinsvorsitzenden.

Der 2. Vorsitzende, Manfred Kautzsch, berichtete von der diesjährigen Wakenitzbereisung. Zum ersten Mal dabei war auch Lübecks neuer Umweltsenator Bernd Möller (Grüne). Die Verkrautung der Wakenitz war wegen des langen Winters nicht so stark wie in den vergangenen Jahren. Trotzdem sind einige Buchten stärker betroffen. Besonders schlimm ist es in Eichholz, weshalb im September dort das Kraut abgemäht werden musste. Wir werden die Verkrautung auch im nächsten Jahr weiter beobachten. Wenn aber abgemäht werden muss, dann nur punktuell. Eine weiter ausgelegte Mähaktion ist nicht bezahlbar. Der ebenfalls anwesende LSFV-Fischereibiologe Martin Purps und unser Gewässerwart Frank Luckner stellten dabei noch einmal heraus, dass die Verkrautung der Wakenitz kein regionales Problem ist. Die Verkrautung von Gewässern ist ein landesweit zu beobachtender Trend, für den derzeit noch keine Lösung in Sicht ist. Im nächsten Jahr soll die Nährstoffzufuhr durch die Zuflüsse (Grönau, Müggenbusch) näher untersucht werden.

Gesprochen wurde auch über die Zulassung von Elektro-Motoren auf der Wakenitz. Derzeit gibt es eine Warteliste und man kommt nur als Nachrücker in den Genuss einer entsprechenden Erlaubnis. Umweltsenator Bernd Möller zeigte sich aber gesprächsbereit. Über die Möglichkeit von Sonderrechten für Vereinsmitglieder wurde zusammen nachgedacht. Wir werden das Thema zeitgerecht wieder aufgreifen.

Sport- und Castingwart Heinrich Ohms war über die geringe Resonanz beim diesjährigen Brandungsangeln wenig erfreut. Lediglich 8 Teilnehmer aus 2 Angelvereinen haben an der Veranstaltung teilgenommen. Davon kamen 7 aus dem Angelverein Gut Biß und 1 Angelfreund aus dem Lübecker Sportfischer-Verein. Besser angenommen wurde das Hochseeangeln mit insgesamt 42 Petrijüngern, die traditionsgemäß von Heiligenhafen aus starteten.

Gewässerwart Frank Luckner berichtete über die kürzlich durchgeführte Elektro-Befischung in der Wakenitz. Ziel war die Bestandserhebung der dort heimischen Fischarten. Die Ergebnisse werden derzeit noch ausgewertet und aufbereitet. Ein paar Eckdaten konnte Frank Luckner aber schon nennen. Insgesamt wurden 1.250 Fische gefangen und vermessen. Der größte Fisch war ein Wels von 1,80 m Länge, der kleinste ein Ukelei von 3 cm. Der Bestand an Hecht und Schleie ist gesund. Sorgenkind bleibt weiter der Aal, lediglich 12 Aale wurden gezählt. Besonders auffällig war, daß nicht ein einziger Zander gefangen wurde, obwohl er nachweislich durch Fangberichte von Anglern vorhanden sein muss.

Der Rücklauf der Fangkarten für die Wakenitz ist in diesem Jahr besonders schlecht. Lediglich 23 Prozent der ausgegebenen Erlaubnisscheine sind bisher zurück gemeldet worden. In den vergangen Jahren lag die Quote immerhin noch zwischen 70 und 80 Prozent. Wir bitten alle Angler um Abgabe der Fangkarten.

Der Vorsitzende des Boots-Angler-Clubs, Andreas Weber, wandte sich noch mit einer Frage seiner Mitglieder an den Vorstand. Es gebe hartnäckige Gerüchte, dass von Seiten des LSFV Schleswig-Holstein eine zusätzliche Schonzeit in Küstengewässern für die Meerforelle (z.B. ab dem 15.09.) angestrebt werde. Ähnlich der, wie sie in Mecklenburg-Vorpommern bereits praktiziert wird. Dabei wollte er auch wissen, inwieweit die Kreisverbände in diesem Entscheidungsprozess eingebunden worden sind. Rolf Vorbeck versprach sich der Sache anzunehmen und beim Landesverband in Kiel nachzufragen.

 

 

 

 

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